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Entre Nous – Wein & Wahrheit Kapitel Eins

Riesling-Kabinett

Riesling Kabinett – jung und frisch, mit einer versteckten Komplexität, die sich erst auf den zweiten Blick offenbart. Ein Wein, der überrascht.

Meine Hände zittern leicht, als ich die schwere Glastür der Weinbar „Entre Nous“ aufdrücke. Der warme Oktobernachmittag weicht einer angenehmen Kühle, und sofort umhüllt mich der Duft von Holz, Wein und etwas, das ich nicht sofort identifizieren kann – später werde ich lernen, dass es der Geruch von Geschichten ist, die zwischen diesen Wänden leben.

„Entschuldigung, wir haben noch nicht geöffnet.“ Die Stimme kommt von hinten, tief und mit einem Hauch Ungeduld. Ich drehe mich um und bleibe wie angewurzelt stehen.

Vincent Kellner steht hinter dem Tresen und poliert ein Weinglas, als wäre es das Wichtigste auf der Welt. Er ist größer, als ich erwartet hatte, und seine dunkelblonden Haare sind an den Schläfen bereits silbern durchzogen. Der Drei-Tage-Bart verleiht ihm etwas Lässiges, aber sein Blick… sein Blick ist prüfend und irgendwie müde.

„Ich bin Lisa Hartmann“, sage ich schnell und räuspere mich. „Wegen der Aushilfsstelle? Jean hat gesagt, ich soll heute um vier kommen.“

„Ah.“ Er stellt das Glas ab und mustert mich von oben bis unten. Nicht auf eine unangenehme Art, eher so, als würde er versuchen herauszufinden, ob ich in sein Konzept passe. „Die Literaturstudentin.“

„Richtig.“ Ich versuche selbstbewusst zu klingen, aber meine Stimme klingt höher als gewöhnlich. „Ich studiere deutsche Literatur im Master.“

„Und warum wollen Sie in einer Weinbar arbeiten?“ Er lehnt sich gegen den Tresen, und ich bemerke, wie elegant seine Bewegungen sind. Alles an ihm wirkt durchdacht, kontrolliert.

„Ich brauche das Geld für mein Studium“, antworte ich ehrlich. „Aber das ist nicht der einzige Grund.“

„Aha?“ Eine Augenbraue wandert nach oben. „Und welcher wäre das?“

Ich hole tief Luft. „Meine Masterarbeit handelt von Mikrowelten in der modernen Literatur. Orte, die auf den ersten Blick klein und unbedeutend erscheinen, aber ganze Universen in sich bergen. Ich glaube, dass Ihre Bar so ein Ort ist.“

Zum ersten Mal seit meinem Eintritt lächelt er – nur kurz, aber es reicht, um sein ganzes Gesicht zu verändern. „Interessant. Und Sie denken, Sie können das mit der Literatur vereinbaren? Weinservice ist kein Hobby, Frau Hartmann. Unsere Gäste erwarten Professionalität.“

„Das kann ich“, sage ich mit mehr Nachdruck. „Ich bin lernfähig und zuverlässig. Und ich kenne mich mit Wein aus.“

„Mit Wein?“ Er klingt skeptisch. „Was wissen Sie denn über Wein?“

Mist. Ich hätte das nicht sagen sollen. Mein Wissen ist bruchstückhaft, hauptsächlich von meinem Großvater übernommen, der in Rheinhessen einen kleinen Weinberg hatte. Aber bevor ich antworten kann, geht die Tür auf, und ein älterer Herr mit Vollbart tritt ein.

„Vincent, mein Junge!“, ruft er jovial. „Ist das die neue Aushilfe? Hübsches Ding!“

Ich spüre, wie mir die Röte in die Wangen steigt. Vincent seufzt leise.

„Martin, das ist Lisa. Lisa, das ist Martin, einer unserer… treuesten Gäste.“ Der Tonfall verrät, dass Martin auch einer der schwierigsten ist.

Martin nimmt auf seinem offensichtlichen Stammplatz am runden Tisch Platz – dem Tisch, der sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Er steht genau in der Mitte des Raums, umgeben von vier bequemen Ledersesseln, und wirkt wie das Herz der Bar.

„Was trinkst du heute, Martin?“, fragt Vincent und wirft mir einen Blick zu, der bedeutet: Schauen wir mal, was Sie draufhaben.

„Etwas Fruchtiges“, brummt Martin. „Aber nicht zu süß. Und deutsch soll es sein. Ich kaufe kein französisches Zeug.“

Vincent öffnet bereits eine Flasche, aber ich kann nicht anders – die Worte sprudeln aus mir heraus: „Wie wäre es mit einem Riesling aus Rheinhessen? Trocken, mit schöner Mineralität, aber trotzdem fruchtbetonter als ein Mosel-Riesling.“

Beide Männer starren mich an. Vincent hält die Flasche Chablis in der Hand, die er gerade öffnen wollte.

„Rheinhessen?“, fragt Martin interessiert. „Kenne ich nicht so gut.“

„Das ist das Problem“, sage ich und werde mutiger. „Jeder denkt bei deutschem Riesling an die Mosel oder den Rheingau. Aber Rheinhessen ist Deutschlands größtes Weinanbaugebiet. Die Böden dort sind unglaublich vielfältig – Löss, Kalk, roter Sandstein. Das gibt den Weinen eine besondere Tiefe.“

Vincent stellt die Chablis-Flasche ab und verschränkt die Arme. „Woher wissen Sie das?“

„Mein Großvater hatte einen Weinberg in Alzey“, erkläre ich. „Als ich klein war, bin ich oft mit ihm durch die Reben gelaufen. Er hat mir beigebracht, wie man die Erde riecht, wie man die Trauben prüft…“ Meine Stimme wird leiser. „Er ist vor drei Jahren gestorben. Wir mussten den Weinberg verkaufen.“

Ein Moment der Stille entsteht. Dann geht Vincent zum Weinregal und zieht eine Flasche heraus.

„Keller-Pfaffmann, Riesling trocken, Großlage Benn“, sagt er und zeigt mir das Etikett. „Rheinhessen.“

„Perfekt“, sage ich und lächle. „Der ist genau richtig für Martin. Fruchtigkeit von Apfel und Zitrus, aber die Mineralität des Kalkbodens hält das Ganze zusammen. Nicht zu süß, aber auch nicht so knochentrocken wie manche Mosel-Rieslinge.“

Martin klatscht in die Hände. „Das will ich probieren! Vincent, die Kleine hat Ahnung!“

Vincent öffnet die Flasche mit routinierten Bewegungen, schenkt ein kleines Probeglas ein und reicht es Martin. Der schwenkt es, riecht daran und nimmt einen Schluck.

„Himmel“, murmelt er nach einem Moment. „Das ist ja… das ist perfekt. Woher wusstest du das?“

Ich zucke mit den Schultern, aber innerlich jubiliere ich. „Manchmal muss man nur zuhören, was jemand wirklich will.“

Vincent schenkt Martin ein volles Glas ein und sieht mich dabei an. In seinem Blick liegt etwas Neues – Respekt? Interesse? Ich kann es nicht deuten.

„Jean ist heute krank“, sagt er schließlich. „Wir sind nur zu zweit. Katrin kommt um sechs.“ Er macht eine Pause. „Können Sie bis dahin helfen?“

„Natürlich.“

„Gut. Dann ziehen Sie das hier an.“ Er reicht mir eine schwarze Schürze und ein weißes Hemd. „Umziehen können Sie dort hinten.“

Als ich aus der kleinen Kammer hinter der Bar komme, fühle ich mich wie verwandelt. Das Hemd sitzt perfekt, die Schürze verleiht mir etwas Professionelles. Vincent nickt anerkennend.

„Besser. Jetzt zeige ich Ihnen die Grundlagen.“

Die nächsten zwei Stunden vergehen wie im Flug. Vincent erklärt mir das Kassensystem, die Weinlagerung, die verschiedenen Gläser. Ich merke schnell, dass er ein Perfektionist ist – jedes Glas wird in einem bestimmten Winkel abgestellt, jede Flasche hat ihren exakten Platz.

„Wein ist keine Ware“, sagt er, während er mir zeigt, wie man eine Flasche richtig öffnet. „Wein ist Kultur, Geschichte, Leidenschaft. Jede Flasche erzählt eine Geschichte.“

„Wie Bücher“, murmle ich.

„Genau wie Bücher.“ Er sieht mich überrascht an. „Das ist ein schöner Vergleich.“

Um sechs kommt Katrin – eine Frau Mitte dreißig mit kurzen roten Haaren und einem Lächeln, das sofort Vertrauen schafft. Sie mustert mich neugierig.

„Also das ist unsere Neue? Ich bin Katrin.“ Sie streckt mir die Hand hin. „Jean hat mir von dir erzählt. Studentin, richtig?“

„Master in Literatur“, bestätige ich.

„Interessant. Wir hatten noch nie eine Akademikerin hier.“ Sie grinst. „Normalerweise kommen nur Bartender oder Leute aus der Gastro.“

„Lisa hat heute Martin einen perfekten Wein empfohlen“, sagt Vincent, während er Gläser poliert. „Rheinhessen-Riesling.“

Katrin pfeift leise. „Respekt. Martin ist normalerweise unzufrieden, egal was man ihm bringt.“

Der Abend läuft überraschend gut. Katrin übernimmt den größten Teil des Service, aber ich darf kleinere Aufgaben übernehmen – Gläser spülen, Wein nachschenken, die Karte erklären. Vincent beobachtet mich dabei unauffällig, und ich spüre seinen Blick wie eine warme Berührung.

Gegen zehn wird es ruhiger. Nur noch drei Gäste am runden Tisch – Martin, ein elegantes Paar mittleren Alters und eine Frau, die allein einen Rotwein trinkt und in einem Buch liest.

„Können Sie ihr Glas nachfüllen?“, fragt Vincent und deutet zur lesenden Frau.

Ich nehme die Flasche Spätburgunder und gehe zu ihrem Tisch. Sie blickt auf, als ich näher komme.

„Entschuldigung“, sage ich leise, „darf ich nachschenken?“

„Gern.“ Sie lächelt. „Sie sind neu hier, oder?“

„Heute ist mein erster Tag.“

„Und? Gefällt es Ihnen?“

Ich blicke zu Vincent hinüber, der gerade ein kompliziertes Cocktail-Rezept für das Paar am runden Tisch zubereitet. Seine Bewegungen sind fließend, konzentriert, fast meditativ.

„Ja“, sage ich und merke, dass ich es ernst meine. „Es gefällt mir sehr.“

Die Frau folgt meinem Blick und lächelt wissend. „Vincent ist ein guter Chef. Streng, aber fair. Und er hat Geschmack – beim Wein und bei den Menschen.“

Als die letzten Gäste gegen elf gehen, helfe ich beim Aufräumen. Vincent und Katrin arbeiten eingespielt zusammen, aber sie beziehen mich mit ein, erklären mir die Abläufe.

„So“, sagt Vincent schließlich und hängt seine Schürze auf. „Erste Bewährungsprobe bestanden. Katrin?“

„Auf jeden Fall“, nickt sie. „Lisa hat Talent. Und sie lernt schnell.“

Vincent sieht mich an, und wieder ist da dieser prüfende Blick. Aber diesmal ist er wärmer.

„Haben Sie Lust auf feste Wochenendschichten?“, fragt er. „Freitag und Samstag, jeweils ab vier?“

Mein Herz macht einen Sprung. „Sehr gern!“

„Gut. Katrin erklärt Ihnen die Details.“ Er greift nach seiner Jacke. „Gute Arbeit heute, Lisa.“

Er geht zur Tür, dreht sich aber noch einmal um.

„Übrigens – welche Sorte war das? Der Rheinhessen-Riesling?“

„Keller-Pfaffmann, Großlage Benn“, antworte ich automatisch.

„Richtig.“ Ein kleines Lächeln huscht über sein Gesicht. „Sehen Sie morgen.“

Als die Tür hinter ihm zuschlägt, lehne ich mich gegen den Tresen und atme tief durch.

„Du magst ihn“, stellt Katrin fest. Es ist keine Frage.

„Das ist mein Chef“, sage ich schnell.

„Klar.“ Sie grinst. „Und ich bin die Weinkönigin von Rheinhessen. Komm, ich zeige dir noch, wie die Kasse abgerechnet wird.“

Während sie mir die letzten Handgriffe erklärt, denke ich an Vincent. An seine eleganten Bewegungen, seinen kritischen Blick, der warm wurde, als ich Martin den richtigen Wein empfahl. An die Art, wie er über Wein sprach – als wäre jede Flasche ein kleines Wunder.

Riesling Kabinett, denke ich und lächle. Jung und frisch, mit versteckter Komplexität.

Vielleicht beschreibt das nicht nur den Wein. Vielleicht beschreibt das auch mich – und das, was heute begonnen hat.

Als ich eine halbe Stunde später durch die dunklen Straßen Frankfurts nach Hause laufe, weiß ich mit absoluter Gewissheit: Das Entre Nous wird mehr als nur ein Job werden.

Es wird meine Geschichte werden.

Als eBook bei amazon erhältlich, wenn ihr wissen möchtet wie es weitergeht mit Lisa & Vincent.

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Klappentext

Ein kulinarischer New-Adult-Liebesroman über Altersunterschied, Found Family und zweite Chancen


🍷 Darum geht’s im Roman:
Eine Weinbar als Schicksalsort: Lisa, 23, Literaturstudentin, sucht eigentlich nur einen Nebenjob – und findet im Entre Nous einen Ort voller Geschichten, Begegnungen und Geheimnisse.

Age-Gap-Romance: Zwischen ihr und Vincent, dem charismatischen Besitzer der Bar, entwickelt sich mehr als nur berufliche Nähe. Doch 19 Jahre Altersunterschied stellen beide vor die Frage: darf Liebe so viel wagen?

Genuss & Gefühle: Riesling, Silvaner, Spätburgunder – jeder Wein erzählt seine eigene Geschichte. Und jede Flasche bringt die Figuren ein Stück näher zueinander.

Found Family: Stammgäste, Freunde und Wegbegleiter machen das Entre Nous zu einer zweiten Familie. Hier entsteht Nähe, die weit über Blutsverwandtschaft hinausgeht.

Neubeginn & zweite Chancen: Sowohl Lisa als auch Vincent tragen Vergangenheiten mit sich, die Narben hinterlassen haben. Ihre Begegnung öffnet Türen zu neuen Möglichkeiten – aber auch zu neuen Konflikten.


💡 Das Besondere an diesem Liebesroman:
Kulinarische Romance: Für alle, die Geschichten lieben, in denen Genuss, Wein und sinnliche Atmosphäre Hand in Hand mit Gefühlen gehen.

New Adult mit Tiefe: Authentische Figuren, echte Konflikte, modernes Setting – perfekt für Leser:innen von New Adult Romance deutsch.

Altersunterschied als Herzthema: Ein Liebesroman, der zeigt, dass Alter nur eine Zahl ist, wenn Gefühle echt sind. Ideal für Fans von Age-Gap-Romance deutsch.

Found Family Vibes: Freundschaft, Zusammenhalt und die Magie eines Ortes, an dem Fremde zu Familie werden.

Emotional & atmosphärisch: Zwischen Weinregalen, Gläsern und Herzschlägen entfaltet sich eine Geschichte, die so prickelnd ist wie ein frisch geöffneter Riesling.

✨ Kurz gesagt:
Korkenknall & Herzklopfen ist mehr als ein Liebesroman.
Es ist ein Roman über den Mut, Grenzen zu überschreiten, über die Kraft von Gemeinschaft – und darüber, wie Wein nicht nur den Gaumen, sondern auch das Herz öffnet.

Zielgruppe

📌 Für wen ist dieses Buch?
Leser:innen, die kulinarische Liebesromane lieben und gerne in atmosphärischen Settings eintauchen.

Fans von New Adult Romance, die moderne, gefühlvolle Geschichten mit authentischen Charakteren suchen.

Alle, die gerne Age-Gap-Liebesromane lesen und sich für die Dynamik zwischen jung & älter begeistern.

Menschen, die sich in found family Geschichten zuhause fühlen.

Leser:innen, die nach den Liebesroman-Neuerscheinungen 2025 Ausschau halten und frische, prickelnde Geschichten entdecken möchten.

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